Die Orgel (I/P, 6 Register) der Dorfkirche in Süplingen wurde um 1930 von der Firma „Erdmann & Mertens, Orgelbaumeister“ aus Neuhaldensleben im System der pneumatischen Kastenlade nach Heinrich Röver gebaut. Eine Elektrifizierung der Orgel erfolgte in der Vergangenheit nicht und so war das Instrument aufgrund der undichten Balganlage, darüber hinaus aber auch wegen fehlender Balggewichte über Jahrzehnte nicht spielbar.

Zur Besichtigung präsentierte sich uns ein stark verschmutztes Instrument, dessen Funktion  im Detail wegen Windmangel gar nicht geprüft werden konnte. So war es eine spannende Aufgabe, sich des Instrumentes anzunehmen, zumal es aufgrund seiner Funktionsweise ein seltenes Exemplar seiner Erbauerzeit ist.

Zunächst erfolgte eine umfassende und gründliche Reinigung der Orgel. In diesem Zusammenhang wurde das Pfeifenwerk ausgebaut, in der Kirche gereinigt und überarbeitet. Währenddessen musste sich das Gehäuse einer Wurmschutzbehandlung unterziehen. Auf dem Dachboden der Kirche wurden ein neuer Orgelmotor, sowie ein Rollventil installiert. Der Motor steht in einem Schutzkasten und saugt den Wind nun über ein neues Kanalsystem aus dem Kirchenraum an. Dies soll in Kälte- sowie Hitzeperioden zu große Temperaturunterschiede im Orgelsystem verhindern. Der Balg wurde großflächig nachbeledert und neue Balggewichte installiert.

Die Windladen sind über die lange Zeit in einem erstaunlich guten Zustand geblieben, das Interieur, wie Bälgchen und Ventile präsentierten sich teilweise in neuwertigem Zustand. Lediglich die Relais bedurften einer sorgfältigen Überholung. Die Besonderheit liegt hier im pneumatischen Abstromsystem, das für eine stabile Funktion absolute Dichtheit aller Komponenten voraussetzt. Da aber viele Relaisbälgchen defekt waren, funktionierten Piano- und Forteeinschaltungen sowie Pedalkoppel zunächst gar nicht.

Auch am Spieltisch waren Verschleißerscheinungen zu erkennen, und so wurden Filze und Leder, sowie fehlende Registerknöpfe erneuert. Die Pedalklaviatur wurde gründlichen überarbeitet. Sie lies sich zum kurzen Erstaunen aller Beteiligten zunächst nicht einsetzen, da beim Erneuern der Empore auch der Bereich der Klaviatur mit neuen Dielen überzogen wurde. Da die Padalklaviatur über die Jahrzehnte im Turmraum lagerte, ist dies scheinbar niemandem aufgefallen.

Das äußere Erscheinungsbild der Orgel wurde durch den Einbau eines neuen Zinn-Prospektes erheblich aufgewertet, der sich aus Principal 8’ und Octave 4’ zusammensetzt.

Die Prospektpfeifen wurden abschließend zusammen mit allen anderen Registern intoniert. Nach 40 Jahren Winterschlaf  kannten nur noch einige wenige Einwohner Orgelklänge aus der Süplinger Dorfkirche und so hat es uns sehr gefreut, dass wir ein großes Interesse der Gemeinde an der Orgel wahrnehmen konnten. Gerade zu den Intonationsarbeiten durften wir immer wieder „Hör“- Lustige in der Kirche begrüßen.




C. Miethe, OB

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