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Den ersten Abschnitt der Restaurierung des zweimanualigen Instrumentes kann man als typische Winterarbeit bezeichnen. Der größte Teil des Orgelinneren wurde im Herbst letzten Jahres ausgebaut, abtransportiert und in den kalten Monaten in unseren Werkstatträumen überarbeitet bzw. rekonstruiert.

 

Die 26 Register der Orgel verteilen sich auf zwei Manualen und dem Pedal. Eine Besonderheit an dem historischen von 1879 Instrument ist im Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Windladensysteme zu sehen. In den Manualen verbaute Bötcher mechanische Schleifladen, im Pedal verbaute er dagegen  eine mechanische Kegellade.

Windladen, Klaviaturen, sämtliche Trakturteile sowie das teils stark angegriffene Pfeifenwerk wurden ausgebaut und über den Winter von Grund auf überarbeitet. Dabei stießen unsere Orgelbauer auf interessante Zeitungsartikel aus der Erbauerzeit der Orgel, mit denen die Windkästen der Windladen, Kanzellen und Balgfalten gedichtet wurden. Die neuen Prospektpfeifen der Orgel wurden den Mensuren entsprechend originalgetreu rekonstruiert.

Vor einigen Wochen traten sämtliche Teile der Orgel die Heimreise nach Hillersleben an, um in der kommenden Zeit wieder zusammengefügt zu werden. Die Balg- und Kanalanlage ist vor Ort verblieben und wurde dort überarbeitet, neu beledert und abschließend papiert. Den Orgelwind liefert nun auch ein neuer Orgelmotor, der im Balgraum geräuscharm seinen Platz in einem Schutzkasten gefunden hat. Er führt den Wind zunächst dem großzügigen Doppelfaltenbalg zu, dessen Falten beide zur Innenseite des Balges gerichtet sind. (Üblicherweise zeigt eine der beiden Falten späterer Doppelfaltenbälge nach außen, um in jeder Lage des Balges gleichen Winddruck zu garantieren).

Auch im Innenraum der Kirche wurde umfangreich gearbeitet, so wurden unter anderem die Kirchenwände neu verputzt, was auch die Rückwand der Orgel mit einschloss. An der Rückwand befestigte Haltevorrichtungen für die Pedalpfeifen waren nicht mehr vorhanden, mussten erneuert werden und in diesem zweiten Abschnitt genau eingepasst werden, um die original gebliebenen Hängeleisten der Pedalregister einwandfrei aufnehmen zu können.

Die Tonmechanik wurde wieder eingebaut, sämtliche Drähte wurden erneuert und die Traktur abschließend auf Halbgang reguliert. Die Registertraktur wurde neuerdings mit einer Regulierungsmöglichkeit versehen, so dass die Manubrien im Gegensatz zum vorgefundenen Zustand nun alle den gleichen Abstand zur Registerstaffelei haben können und nicht alle unterschiedlich weit heraus stehen.

Nachdem nun alles wieder verbaut ist und keine Teile übrig geblieben sind, ist nun auch der zweite Abschnitt der Restaurierungsarbeiten abgeschlossen und die Orgel sieht Ihrem letzten Abschnitt, der Intonation entgegen, die Anfang August beginnen wird.

C. Miethe, OB

Bilder von der Montage...

Bilder von den Werkstattarbeiten...

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