In den Maitagen 1945 wurde in Frankfurt geplündert. Diesem Raubzug fielen auch die Einrichtungen des Betriebes zum Opfer. Als im Juni Frau Spallek und ihr Sohn Gerhard nach Frankfurt zurückkehrten, fanden sie den Betrieb offen und verwahrlost vor. Anton Spallek kehrte als einer der ersten der alten Belegschaft im Juli 1945 zurück. Einige Zeit später beschlagnahmte die Rote Armee den Betrieb und wandelte ihn in eine Entlausungseinrichtung um. Anton Spallek ergriff als erster die Initiative zur Weiterührung des Sauerschen Orgelbaues. Er versuchte, einiges vom herumliegenden Material und Kleinwerkzeuge - die Maschinen waren längst ausgeräumt worden - zu sichern. Auf seinen Antrag hin erteilte ihm die inzwischen eingesetzte Stadtverwaltung am 10. September 1945 die amtliche Genehmigung der Ausführung sämtlicher Arbeiten als Orgelbauer. Am 20. September 1945 übertrug ihm Dr. Oscar Walcker die kommissarische Leitung des Betriebes, die er bis 1966 inne hatte. Ende 1945 bestand die Belegschaft aus insgesamt sechs Mitarbeitern, von denen vier auch der alten Belegschaft angehört hatten: Anton Spallek, Walter Noack, Joachim Klauß und Gerhard Gäbler. Hinzugekommen waren Frau Spallek als Bürokraft sowie Gerhard Spallek als Lehrling.

Die erste Arbeit nach dem Krieg war die Reparatur der Orgel in der katholischen Kirche in Frankfurt (Oder). Für den Neuanfang stand kein Geld zur Verfügung; jede Mark mußte hart erarbeitet werden. Trozdem stand zum Jahresende ein Reingewinn von 653,56 Mark zu Buche. Dieses Ergebnis machte Mut.

Der Bestand der Firma Sauer an Kapital, Material und Werkzeugen vor Kriegsbeginn ist nicht in jeder Position bekannt. Bekannt ist aber, daß der Betrieb vor dem Krieg zu den führenden Werkstätten im deutschen Orgelbau gehörte. Sie besaß führende Mitarbeiter mit Umsicht und Fachkenntnis und stand eng an der Seite der Orgelreformer. (Sie baute bereits vor 1939 wieder Schleifladenorgeln.) Über 100 Beschäftigte im Stammbetrieb und in den Außenstellen in Berlin, Breslau, Hamburg, Köln, Weimar und in Dünnow (Pommern) waren tätig.

Im Februar 1946 verließen die Besatzer den Betrieb, und es standen wieder die Betriebsräume zur Verfügung. Berge von Schutt und Unrat mußten beseitigt werden. Es fand sich nur noch wenig brauchbares ; das meiste war verdorben oder auf andere Art verlorengegangen. Wenn auch aus gebrauchten Teilen gebaut, verließ noch in diesem Jahr die erste Nachkriegsorgel den Betrieb (Opus 1673, St. Canisius-Kirche, Berlin-Charlottenburg, 9 Register). Weitere Aufträge folgten. 1949 bestand der Mitarbeiterkreis aus 18 Personen.

Im Juni 1947 standen wieder einige Maschinen zur Verfügung. Am 4. September 1948 starb Dr. Oscar Walcker und am 24. November 1956 Karl Ruther.

Um 1950 gingen die ersten staatlichen Aufträge ein. Es wurden u. a. Orgeln für das Nationaltheater Weimar, für die Staatsoper Berlin und für das Rundfunkkomitee in Berlin erbaut.

Am 8. November 1957 ruhte für einen Tag die Arbeit. Die Frankfurter Orgelbauer feierten zusammen mit dem heutigen Inhaber Dr. Werner Walcker-Mayer, Gästen und Freunden des Betriebes das Gründungsjubiläum.

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