Mit dem Jahre 1933 änderten sich durch die Machtergreifung der Nazis die politischen Verhältnisse in Deutschland nachhaltig. Vorerst bedrängten sie den Betrieb, aber noch nicht unmittelbar. Die Belegschaft wuchs nach den Jahren der scheinbaren Überwindung der Wirtschaftskrise auf eine Rekordzahl von etwa 100 - 120 Personen in der Zeit um 1936-1938, ehe es dann 1939 mit Beginn des Zweiten Weltkrieges zu einem jähen, vorläufigen Ende der Orgelherstellung kam. Ein Großteil der Orgelbauer wurde zum Militärdienst gezogen. Nur einige ältere und die ganz jungen Leute blieben und führten zum Teil angefangene Neubauten zu Ende oder reparierten hier und dort im Lande stehende Instrumente. Eine der letzten Orgeln ist das Opus 1631 für die Begräbniskirche in Bunzlau aus dem Jahre 1940.

1945 ging durch die Nachkriegseinwirkungen das Firmenarchiv fast vollständig verloren. Nur ein wieder aufgefundenes Spieltischbuch gibt Auskunft über die Jahre 1924 - 1934 und die Reste eines Opusbuches von 1934 bis zum Opus 1619 aus dem Jahre 1939. Danach fehlen jegliche Hinweise. Nur Einzelfunde von Orgeln nach diesem Opus konnten bisher gemacht werden. Zu ihnen gehört auch Opus 1672 aus dem Jahre 1943, eine Hausorgel mit zwei Manualen und 17 Registern für Prof. Förstmann in Magdeburg. Unter welchen Umständen es zur Fertigstellung des Instrumentes kam, ist unbekannt. Mit der Verkündung des "totalen Krieges" am 18. Februar 1943 durch Goebbels hörte dann jeglicher Orgelbau auf. Die letzten Leute im Betrieb mußten Munitionskisten bauen, zuletzt hielten einige ätere Kollegen noch Brandwache, ehe Frankfurt im April 1945 besetzt wurde.

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