Im Oktober 1999 beantragte Dr. Walcker-Mayer für seinen saarländischen Orgelbaubetrieb die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die Eröffnung erfolgte am 01.01.2000. In diesem Zusammenhang endete auch seine Funktion als Eigentümer und Geschäftsführer der Firma W. Sauer.

Der 27. Januar 2000 ist ein wichtiges Datum in der Geschichte der Firma. Unter dem Namen "W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) GmbH" wird die Eintragung im Handelsregister beantrag, die am 19. Juni 2000 erfolgte. Seit dem 27. Januar 2000 werden die Geschicke der Firma von den vier Gesellschaftern und Sauer-Mitarbeitern, Herrn Orgelbaumeister Peter Fräßdorf (fachtechnischer  Geschäftsführer), Herrn Orgelbaumeister Peter Dohne, Herrn Michael Schulz (kaufmännischer Geschäftsführer) und Herrn Ulrich Büttner (Geselle) geführt.

Am 07. September 1990 ging der Betrieb in das Eigentum von Dr. Werner Walcker-Mayer zurück.

In den Jahren 1993/94 wurde die neue Betriebsstätte in Müllrose erbaut, nach erfolgtem Umzug wurde der neue Firmensitz am 08. Juli 1994 eingeweiht.

Am 01.01.1996 wird die Firma Sauer umfirmiert zur "W. Sauer Orgelbau (Frankfurt/Oder) Dr. Walcker-Mayer GmbH & Co. KG" umfirmiert.

1972 wurde die Firma zum Volkseigenen Betrieb (VEB) "Sauer" verstaatlicht. Es blieb aber bei der eigenständigen fachlichen Verantwortung für die technische und künstlerische Gestaltung der Sauer-Orgeln. Größere Orgeln mit drei Manualen und zwischen 50 und 60 Registern standen beinahe jährlich im Fertigungsprogramm, außerdem viele zweimanualige sowie Kleinorgeln und Positive. Sie gingen an Kunden der ehemaligen UdSSR und CSSR, nach Polen und die Bundesrepublik, auch nach Ghana wurde ein Positiv geliefert.

Im April 1989 wurde einem Kollektiv des Betriebes, wie es in der DDR hieß, der Ehrenpreis der Musikindustrie erster Klasse in einem festlichen Akt in Plauen verliehen: eine Anerkennung letztlich für alle Orgelbauer der Firma Sauer für ihre geleistete Arbeit in den zurückliegenden Jahren.

Die Belegschaft war auf 30 Mitarbeiter gewachsen. Gerhard Spallek wurde 1962 Orgelbaumeister, am 1. März 1966 trat er durch Handlungsvollmacht des Stammhauses Walcker die Nachfolge seines Vaters an. Zu diesem Zeitpunkt konnte der Entwicklungsweg hin zum Bau überwiegend mit mechanischer Traktur ausgestatteter Schleifladenorgeln, der 1957 begonnen wurde, als abgeschlossen betrachtet werden. In diese Zeit fielen auch intensive Bemühungen, die Produktionsmöglichkeiten sowie die sozialen Belange zu verbessern. Auch wurden neue Maschinen und Werkzeuge angeschafft. Zugleich liefen Bemühungen, Orgeln auch ins Ausland zu liefern. Zwar war die Teilnahme an der Poznaner Messe noch nicht mit Erfolg gekrönt, doch 1965 ergaben sich dann Kontakte zu sowjetischen Orgelexperten. Bis Mai 1972 konnten dann sieben Orgeln in die Sowjetunion sowie sechs in die Bundesrepublik und eine nach Polen geliefert werden.

In den Maitagen 1945 wurde in Frankfurt geplündert. Diesem Raubzug fielen auch die Einrichtungen des Betriebes zum Opfer. Als im Juni Frau Spallek und ihr Sohn Gerhard nach Frankfurt zurückkehrten, fanden sie den Betrieb offen und verwahrlost vor. Anton Spallek kehrte als einer der ersten der alten Belegschaft im Juli 1945 zurück. Einige Zeit später beschlagnahmte die Rote Armee den Betrieb und wandelte ihn in eine Entlausungseinrichtung um. Anton Spallek ergriff als erster die Initiative zur Weiterührung des Sauerschen Orgelbaues. Er versuchte, einiges vom herumliegenden Material und Kleinwerkzeuge - die Maschinen waren längst ausgeräumt worden - zu sichern. Auf seinen Antrag hin erteilte ihm die inzwischen eingesetzte Stadtverwaltung am 10. September 1945 die amtliche Genehmigung der Ausführung sämtlicher Arbeiten als Orgelbauer. Am 20. September 1945 übertrug ihm Dr. Oscar Walcker die kommissarische Leitung des Betriebes, die er bis 1966 inne hatte. Ende 1945 bestand die Belegschaft aus insgesamt sechs Mitarbeitern, von denen vier auch der alten Belegschaft angehört hatten: Anton Spallek, Walter Noack, Joachim Klauß und Gerhard Gäbler. Hinzugekommen waren Frau Spallek als Bürokraft sowie Gerhard Spallek als Lehrling.

Die erste Arbeit nach dem Krieg war die Reparatur der Orgel in der katholischen Kirche in Frankfurt (Oder). Für den Neuanfang stand kein Geld zur Verfügung; jede Mark mußte hart erarbeitet werden. Trozdem stand zum Jahresende ein Reingewinn von 653,56 Mark zu Buche. Dieses Ergebnis machte Mut.

Der Bestand der Firma Sauer an Kapital, Material und Werkzeugen vor Kriegsbeginn ist nicht in jeder Position bekannt. Bekannt ist aber, daß der Betrieb vor dem Krieg zu den führenden Werkstätten im deutschen Orgelbau gehörte. Sie besaß führende Mitarbeiter mit Umsicht und Fachkenntnis und stand eng an der Seite der Orgelreformer. (Sie baute bereits vor 1939 wieder Schleifladenorgeln.) Über 100 Beschäftigte im Stammbetrieb und in den Außenstellen in Berlin, Breslau, Hamburg, Köln, Weimar und in Dünnow (Pommern) waren tätig.

Im Februar 1946 verließen die Besatzer den Betrieb, und es standen wieder die Betriebsräume zur Verfügung. Berge von Schutt und Unrat mußten beseitigt werden. Es fand sich nur noch wenig brauchbares ; das meiste war verdorben oder auf andere Art verlorengegangen. Wenn auch aus gebrauchten Teilen gebaut, verließ noch in diesem Jahr die erste Nachkriegsorgel den Betrieb (Opus 1673, St. Canisius-Kirche, Berlin-Charlottenburg, 9 Register). Weitere Aufträge folgten. 1949 bestand der Mitarbeiterkreis aus 18 Personen.

Im Juni 1947 standen wieder einige Maschinen zur Verfügung. Am 4. September 1948 starb Dr. Oscar Walcker und am 24. November 1956 Karl Ruther.

Um 1950 gingen die ersten staatlichen Aufträge ein. Es wurden u. a. Orgeln für das Nationaltheater Weimar, für die Staatsoper Berlin und für das Rundfunkkomitee in Berlin erbaut.

Am 8. November 1957 ruhte für einen Tag die Arbeit. Die Frankfurter Orgelbauer feierten zusammen mit dem heutigen Inhaber Dr. Werner Walcker-Mayer, Gästen und Freunden des Betriebes das Gründungsjubiläum.

Mit dem Jahre 1933 änderten sich durch die Machtergreifung der Nazis die politischen Verhältnisse in Deutschland nachhaltig. Vorerst bedrängten sie den Betrieb, aber noch nicht unmittelbar. Die Belegschaft wuchs nach den Jahren der scheinbaren Überwindung der Wirtschaftskrise auf eine Rekordzahl von etwa 100 - 120 Personen in der Zeit um 1936-1938, ehe es dann 1939 mit Beginn des Zweiten Weltkrieges zu einem jähen, vorläufigen Ende der Orgelherstellung kam. Ein Großteil der Orgelbauer wurde zum Militärdienst gezogen. Nur einige ältere und die ganz jungen Leute blieben und führten zum Teil angefangene Neubauten zu Ende oder reparierten hier und dort im Lande stehende Instrumente. Eine der letzten Orgeln ist das Opus 1631 für die Begräbniskirche in Bunzlau aus dem Jahre 1940.

1945 ging durch die Nachkriegseinwirkungen das Firmenarchiv fast vollständig verloren. Nur ein wieder aufgefundenes Spieltischbuch gibt Auskunft über die Jahre 1924 - 1934 und die Reste eines Opusbuches von 1934 bis zum Opus 1619 aus dem Jahre 1939. Danach fehlen jegliche Hinweise. Nur Einzelfunde von Orgeln nach diesem Opus konnten bisher gemacht werden. Zu ihnen gehört auch Opus 1672 aus dem Jahre 1943, eine Hausorgel mit zwei Manualen und 17 Registern für Prof. Förstmann in Magdeburg. Unter welchen Umständen es zur Fertigstellung des Instrumentes kam, ist unbekannt. Mit der Verkündung des "totalen Krieges" am 18. Februar 1943 durch Goebbels hörte dann jeglicher Orgelbau auf. Die letzten Leute im Betrieb mußten Munitionskisten bauen, zuletzt hielten einige ätere Kollegen noch Brandwache, ehe Frankfurt im April 1945 besetzt wurde.

Inflation und Destabilität wurden durch die Einführung der Rentenmark im November 1923 und durch das Bankgesetz vom 30. April 1924 zur Einführung der Reichsmark überwunden. Bald erholte sich die deutsche Wirtschaft; die Aufträge im Inland mehrten sich. Berlin und Schlesien wurden die hauptsächlichen Märkte, aber auch in andere Regionen wurden neue und große Orgeln geliefert.

Am 5. September 1917 übertrug Oscar Walcker die Geschäftsführung an den Orgelbaumeister Karl Ruther. Es war ein schwerer Anfang, doch im Laufe der Jahre entwickelte sich der Betrieb dank der umsichtigen Führung zu einem leistungsfähigen Unternehmen. Zuerst wurden die betrieblichen Einrichtungen modernisiert; der alte Dampfkessel war unbrauchbar geworden. Die zentrale Kraftquelle für die maschinelle Fertigung wurde entfernt, die Maschinen wurden nun einzeln mit elektrischem Strom angetrieben; man schrieb das Jahr 1919. Während der Inflation gelang es, Orgeln ins Ausland zu verkaufen, besonders nach Holland, Schweden und Norwegen.

W. Sauer - Inh. Paul Walcker, lautete ab dem 01. Oktober 1910 der neue Firmenname. Paul Walcker war zu diesem Zeitpunkt selbst bereits 64 Jahre alt. In technischer Hinsicht ging er neue Wege. Hatte Sauer an seiner Kegellade festgehalten und nur eine bisher nachweisliche Taschenlade (im Rückpositiv der Berliner Dom-Orgel) gebaut, wandte sich Walcker zunehmend diesem Ladensystem zu und baute die pneumatische Traktur, nicht wie unter Sauer als Zustrom- sondern als Ausstromsystem. Auch baute Walcker erstmals 1913 für die Orgel der Breslauer Jahrhunderthalle eine elektrische Traktur. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, gingen die Aufträge zurück, und im Sommer 1917 übergab Walcker den Betrieb an seinen Neffen Oscar Walcker aus Ludwigsburg. In diesen sieben Jahren waren etwa 90 Orgeln gebaut worden.

Der inzwischen 70jährige Sauer war unermüdlich auf Reisen: u. a. Holland, Rheinland, Leipzig, Driesen, Nauheim. Die Ehrungen für sein Lebenswerk häuften sich in den letzten Jahren seines Schaffens. So erhielt er u. a.: Roter Adlerorden (1899), Verdienstorden für Kunst und Wissenschaft (1899), Kroneorden (1901), Medaille für Kunst und Wissenschaft (1905), Roter Adlerorden mit Schleife (1906), Ritterkreuz (1909).

Sauer revanchierte sich auf seine Art für die vielen Aufmerksamkeiten. So stiftete er Orgeln für die Pfingstkapelle in Potsdam, für das Blindenheim der Hermann-Schmidt-Stiftung in Königswusterhausen, für die katholische Erlöserkapelle in Mirbach, für das Lutherstift in Frankfurt (Oder) und für seine Heimatgemeinde in Schönebeck. Für die Orgel der Garnisionskirche in Berlin stiftete er das Fernwerk.

1906 wurde Sauer Mitglied im "Verband der Orgelbaumeister Deutschlands" und wurde von der ersten Vollversammlung in dessen Vorstand gewählt.

Am 09. April 1916 starb Wilhelm Sauer. 1100 Orgeln waren in der Zeit von 1857 - 1910 durch ihn und seine Mitarbeiter in allen Teilen Deutschlands, in vielen Ländern Europas und einige sogar in Südamerika und Asien gebaut worden.

Zahlreiche Orgeln verließen die Werkstätten. Wilhelm Sauer stand auf dem Höhepunkt seines Lebenswerkes. Auszeichnungen und Ehrungen wurden ihm im Laufe der kommenden Jahre in großer Zahl zuteil. Von den überaus vielen Auszeichnungen durch allerhöchste Persönlichkeiten und den vielen Ehrengeschenken hat sich nur ein einziges bis heute erhalten: ein kleiner silberner Becher, der ihm zur Einweihung der neuen Orgel in Dorpat von der dortigen Kirchenleitung überreicht worden war. Um 1900 erwarb Sauer das Grundstück Leipziger Straße 1, das als Holzplatz genutzt wurde.

Anfang der neunziger Jahre, vermutlich 1892, änderte Sauer sein Traktursystem. Hatte er bisher seine Orgeln stets mit mechanisch angesteuerten Kegelladen ausgerüstet, ging er nun schrittweise zur Pneumatik über. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: die immer mehr von der Kundschaft geforderten Großorgeln für Dome und Kirchen, aber auch für Konzertsäle ließen sich nicht mehr mechanisch steuern. Dieses Traktursystem war an seiner Leistungsgrenze angekommen; auch andere Orgelbauer waren schon zur Pneumatik übergegangen. Der 1892 in den Betrieb eingetretene Paul Walcker brachte die entscheidenden Impulse ein.

Nachdem Sauer schon 1865 eine neue Orgel mit 60 Registern für die Leipziger Petrikirche gebaut hatte, brachte dieses Jahr den Auftrag zum Bau einer neuen Orgel für die berühmte Thomaskirche. 1902 und 1908 wurde diese Orgel vom Sauerschen Betrieb unter Mitarbeit des Thomasorganisten Karl Straube umgebaut.

Sauer wurde die Auszeichnung "Akademischer Künstler" zuteil.

Durch Kabinettsorder vom 18. April 1884 wurde Sauer vom König das Prädikat des "Königlichen Hoforgelbaumeisters" verliehen.

Am 2. Februar erteilte das Kaiserliche Patentamt in Berlin Sauer für seine "Combinationsvorrichtung an Registerzügen für Kirchenorgeln" unter der Nr. 14576 das Patent.

Sauer legte sein "Geheimes Hauptbuch" an. Ein interessantes Dokument zur wirtschaftlichen Entwicklung des nun 20jährigen Betriebes. Am 7. September 1878 heiratete Sauer in zweiter Ehe Ida Henriette Anna Elisabeth Bauer, die Tochter eines Brauereibesitzers und Stadtrates in Potsdam.

Am 4. Oktober starb Wilhelm Sauers Frau im Alter von 36 Jahren. Vermutlich fiel in diese Zeit auch der Brand im Wohnhaus, der wichtige geschäftliche Unterlagen vernichtete.

Am 21. Dezember wurde mit der neuerbauten Thomaskirche in Berlin auch die neue Sauer-Orgel in Anwesenheit von König Wilhelm I. von Preußen eingeweiht. Es war ein viermanualiges Werk mit 52 Registern und mechanischer Kegellade.

Werkgebäude, Kesselhaus und eine Remise waren fertiggestellt. Das Attest zur Inbetriebnahme des Dampfkessel datiert auf den 22. Juli 1867. Schon ein Jahr später baute Sauer den "Großen Orgelsaal", der als Montage-, Ausstellungs- und Vorführsaal gedacht war. Wilhelm Sauer, der selbst ein guter Orgelspieler war, hat hier sicher das eine oder andere neue Instrument ausprobiert und vorgeführt. Auch reiste er in diesem Jahr wieder einmal nach Paris zu Cavaillé-Coll und studierte dort die Natur der Partialtöne. Zugleich begann der Bau der neuen Orgel für die Nicolaikirche (heute Konzerthalle), in die die Studienergebnisse sicht- und hörbar eingingen. Sein Opus 125 erhielt im Pedalwerk u.a. eine Quinte 5 1/3', Terz 3 1/5' und Septime 2 2/7' als eigenständige Register; dies war für die damalige Zeit sehr außergewöhnlich. Die Belegschaft hatte sich deutlich vergrößert. Die Zeitschrift "Urania" berichtete, daß jetzt pro Woche etwa 110 Taler an Lohn zu zahlen seien, was auf eine ansehnliche Zahl von Mitarbeitern schließen läßt. Diese arbeiteten wohl gern bei ihm, weil die Kraft der Dampfmaschine den Betrieb von Säge- und Hobelmaschinen gestattete und so ein Teil der erheblichen körperlichen Arbeit entfallen konnte. Die Geschäftslage war zudem gut, es konnten nicht alle Aufträge ausgeführt werden.

Sauer erwarb mit Kaufvertrag vom 16. Februar 1866 das Grundstück Park 13 (heute Paul-Feldner-Strabe 13), um hier sein eigenes Anwesen zu begründen. Das Wohnhaus, das heute allgemein das Sauer-Haus genannt wird, steht schon seit etwa 1785 an der Straßenseite des Geländes. Die Bauarbeiten für die Werkstätten etc. begannen noch im gleichen Jahr.

Sauer lieferte die erste gröere Orgel nach Berlin. Die Christuskirche erhielt ein 18stimmiges Werk. Diese Kirche unterstand nicht dem preußischen Staat, also nicht dem Ober-Orgelbaurevisor Bach. So konnte Sauer nun doch zunehmend Einfluß in Berlin gewinnen.

1865 baute der junge Betrieb die erste Orgel für das Ausland: Petersburg. Bis 1914 folgten noch 41 Instrumente in das alte Rußland. Auf Anraten eines Verwandten - vermutlich des Vaters - führte Wilhelm Sauer für sich und seine Nachkommen ein Familienwappen ein.

Die Geschäftsverbindungen in Preußen entwickelten sich rasch. Er errichtete in Königsberg eine Zweigniederlasung, die Sauer später, nach den Verbesserungen der Infrastruktur, wieder aufgab.

Am 1. März 1859 heiratete Wilhelm Sauer Minna Auguste Penske, die Tochter des Kantors. In diesem Jahr brachte der Auftrag für den Bau einer Orgel mit 22 Registern für die Neue Evangelische Kirche Tilsit - vermittelt durch einen Baurat aus Bumbinnen - den Durchbruch zum Erfolg. Im Berliner Raum konnte Sauer vorerst aber noch keinen Fuß fassen, denn der dort einflußreichste und für den Orgelbau zuständige Ober-Orgelbaurevisor August Wilhelm Bach (1796-1869) lehnte Sauer wegen seiner "Französelei" (gemeint sind die Einflüsse des französischen Orgelbaus) strikt ab. Am 14. Dezember wurde die Tochter Johanna geboren.

Wilhelm Sauer gab mit dem 1. März 1856 die Eröffnung seines eigenen Geschäftes in Frankfurt/Oder bekannt. Warum er später jedoch stets von der Geschäftseröffnung im Jahr 1857 sprach, ist unbekannt. Im Oktober 1856 arbeitete er an der Orgel der reformierten Kirche in Frankfurt/Oder und unterzeichnete bereits als Orgelbaumeister. Die Geschäftsräume befanden sich in der Dammvorstadt (heute Slubice), Crossener Str. 3. Er hatte dort auf dem Hof des Gasthauses "Goldener Löwe" Räumlichkeiten angemietet und begann mit etwa 10 Mitarbeitern die Herstellung eigener Orgeln.

Der Bau der Orgel für die Marienkirche Friedland wurde zum Gemeinschaftswerk von Vater und Sohn. Hier flossen schon die Studienergebnisse ein, die Wilhelm mit nach Hause gebracht hatte. Bald wurde Wilhelm mit der Leitung der Zweigniederlassung in Deutsch-Krone, die der Vater zur Umgehung der hohen Zölle errichtet hatte, betraut.

In den Schönebecker Akten des Pfarramtes wird Wilhelm Sauer in diesen Jahren als "außer Landes" geführt. Er befand sich zu dieser Zeit auf Studienreise im Ausland. Er hielt sich dabei vorrangig bei Cavaillé-Coll in Paris und bei Eberhard Friedrich Walcker in Ludwigsburg auf. Außerdem war er wohl noch in England und in der Schweiz. Dort wollte er seßhaft werden, doch der Vater beorderte ihn zurück.

Wohl wegen seiner Begabung wollte der Vater Wilhelm auf die Bauakademie nach Berlin schicken. Die Umstände der Zeit, Revolution in Deutschland, geschäftliche Sorgen des Vaters, aber auch dessen Überlegungen nach dem Tod von Johann Ernst nun Wilhelm als Nachfolger auszubilden, ließen diesen Plan scheitern. Wilhelm begann beim Vater seine Lehre.

Am 27. Dezember starb Johann Ernst Sauer, der ältere Bruder Wilhelms. Johann Ernst war vom Vater als Nachfolger für den Betrieb ausersehen worden. Johann Ernst war am 28. Januar 1823 geboren worden und bereits als Orgelbauer und Gehilfe beim Vater tätig gewesen.

Ernst Sauer kaufte die Schmiede in Schönbeck und siedelte nach Friedland über; er kaufe dort ein Grundstück und erbaute das Fabrikationsgebäude. Er begann mit dem gewerblichen Orgelbau.

Beginn des Sauerschen Orgelbaus. Ernst Sauer baute als Autodidakt für die Schönbecker Kirche eine Orgel. Diese Leistung erregte in der Residenz und im Konsistorium Aufsehen und brachte ihm ein "Stipendium" des Großherzogs ein mit der Auflage, sich als Orgelbauer ausbilden zu lassen. Ernst Sauer ging zu Ratzmann nach Ohrdruf.

Am 23. März wurde Wilhelm Sauer in Schönbeck bei Friedland im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz geboren. Der Vater, Carl Adolph Ernst Sauer, war von Beruf Schmiedemeister und um 1820 aus Pommern nach Mecklenburg gekommen. In Schönbeck kaufte er eine Schmiede und heiratete 1822 Johann Christine Elisabeth Sumke.

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