Chronologie:
 
Die Orgel in der evang. Kirche Ramin wurde um 1890 als opus 258 von Barnim Grüneberg / Stettin erbaut. Die fünf Register der Orgel verteilen sich auf ein Manual und Pedal. Für jedes Manualregister der mechanischen Kegelladenorgel stehen zwei Registerzüge zur Verfügung, da die Windlade ab cs1 geteilt ist und der Organist so trotz der wenigen Register die Möglichkeit bekommt, eine größere klangliche Vielfalt zu erreichen, da durch diese Spielhilfe eine Zweimanualigkeit simuliert werden kann.
 
Die Grundsubstanz der Orgel mit Windladen, Windsystem, Holzpfeifen und Spieltisch ist nahezu vollständig erhalten geblieben. Die originale Garnierung des Balges, der sich im Orgeluntergehäuse befindet, ist in nach all den Jahren in einem erstaunlich guten Zustand. Lediglich im Metallpfeifenwerk erfolgten massive Eingriffe. Wahrscheinlich als Folge von Nachkriegsereignissen wurden bis auf den Prospekt sämtliche Metallpfeifen entwendet. Sie wurden aufgrund der dürftigen Materiallage durch Register anderer Orgeln und Orgelbauer ersetzt.
 
Um 1960 wurde das Instrument versetzt und an die Emporenbrüstung gesetzt. im Zuge dieser Arbeiten erhielt die Orgel einen Orgelmotor, der das Instrument seither über ein fragwürdiges Kanalsystem aus Papprohr und Klebeband mit Wind versorgt. Auch die Änderungen in der Disposition und der Windführung zu den ausgesetzten Pfeifen wurden während dieser Arbeit vorgenommen.
 
2012. Nach einer gründlichen Ausreinigung der der Orgel und der Überarbeitung aller Funktionsteile lag ein Schwerpunkt unserer Arbeiteten in der Rekonstruktion der fehlenden Metallpfeifen. Da die originalen Rasterbretter und Stützen des Waldhorn 4‘ und der Aeoline 8‘ vorhanden waren, konnten die Mensuren problemlos entwickelt werden und die Metallpfeifen in unserer Werkstatt hergestellt werden. Die originalen Prospektpfeifen aus Zink wurden überarbeitet und bronziert.
 
Der Spieltisch wurde optisch und funktionell regeneriert, sämtliche Tasten neu gelagert, Filze und Leder wurden erneuert. Die vorhandene Noten- & Pedalbeleuchtung sowie die Orgeleinschaltung wurde durch angemessene und dezente Varianten ersetzt.
 
Weiterhin wurde der Orgelmotor in einen schallgedämmten Motorschutzkasten aus Vollholz gestellt und über eine solide und in ihrem Querschnitt angemessene Holz-Kanalanlage mit der Orgel verbunden. Darüber hinaus versorgt Sie den Orgelmotor nun über einen Ansaugkanal mit Wind aus dem Kirchenraum.
 
Abschließend wurde durch eine behutsame Intonation das originale Klangbild dieses besonderen Instrumentes wiederhergestellt.
 
 
        
"Trotz seiner nur 4 Register im Manual entfaltet die Orgel eine besondere Klangschönheit. Besonders das wiederhergestellte Register der Aeoline 8´ ist hier zu erwähnen." 

OSV Stefan Zeitz in seiner Abnahmeempfehlung an die Gemeinde

 

Ramin, opus 258, B. Grüneberg (Stettin)

 

Aktuelles

2016 - Ein arbeitsreiches Jahr

2016 ein Rückblick

Read more
Katowice

 Die Restaurierung der Sauer-Orgel Opus 1240 aus dem Jahr 1922 in der Evang. Bischofskirche in Katowice läuft auf vollen Touren

Read more
Katowice (2)

 Die Restaurierung der Sauer-Orgel Opus 1240 aus dem Jahr 1922 in der Evang. Bischofskirche in Katowice läuft auf vollen Touren

Read more